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23.07.2010 14:40 Uhr | Joella | 570 Aufrufe 0 like 0 flame
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Interviews zur Kolumne GAMER SIND KELLERKINDER - Teil 2


... hier geht es weiter mit den Interviews zum Thema GAMER SIND KELLERKINDER. Weiter Fragen und viele interessante Antworten mit individuellen Ansätzen.



Tiefenheim, diesen Ort werden wir erst mit dem nächsten Addon CATACLYSM besuchen können.

Arrow  Tiefenheim, diesen Ort werden wir erst mit dem nächsten Addon CATACLYSM besuchen können.

 allvatar hat ...

... Max (17),

... Tim (22),

... Nina (29) und

... Alex (37) noch einige Fragen mehr gestellt, die sie hier beantwortet haben.

Lest weiter, wie sie ihr Hobby mit Familie und Arbeit vereinbaren und wie und ob die Computer-Spiele ihr Leben beinflusst haben.

allvatar:  Frage 4 -  Was glaubst Du warum es seine Faszination immer noch nicht verloren hat? 

Max: Dadurch, dass sich die Welt permanent verändert und neue Inhalte dazu gebracht und neue Elemente in das Spiel eingebracht werden, gibt es im Grunde immer etwas neues zu entdecken und weitere Herausforderungen zu bezwingen.

Tim: World of Warcraft ist ein auf Langlebigkeit ausgelegtes Spiel. Anders als zu normalen Sologames geht World of Warcraft nie zu Ende, die Gesamtstory sowie die Geschichte des eigenen Charakters geht unaufhörlich weiter. Durch erneutes Hochspielen des Charakters bei Erscheinen eines Addons, sowie durch stetig neue Schlachtzugsinstanzen oder neue Arena-Seasons wird der eigene Charakter fast dauerhaft zum Weiterspielen angehalten, um sozusagen am Ball bleiben zu können. Darüber hinaus gibt es vielseitige Möglichkeiten außerhalb der Schlachtzüge und des PvP-Geplänkels einzigartige Reittiere oder seltene Erfolge zu erlangen. Zudem ist der Reiz, sich ständig mit anderen Spielern zu messen, in der Gruppe etwas aufzubauen und schlussendlich etwas zu erreichen ein nicht unerheblicher Einflussfaktor.

Nina: Mir ist das Drumherum wichtig, sprich die Community, das Miteinander und gemeinschaftliche Bestreiten der gestellten Aufgaben. Ich habe vorher viele Sologames getestet aber immer schnell das Interesse daran verloren, weil mir einfach die Interaktion mit anderen fehlte. Klar gibt es auch Spieler, mit denen man nicht kann, aber wie im echten Leben muss man nicht mit allen gut auskommen.

MMORPG´s bieten eine unglaublich vielschichtige Bandbreite an Möglichkeiten die Zeit darin zu verbringen und je nach Laune mit Freunden die virtuelle Welt zu durchstreifen. Im Grunde ist für jeden etwas dabei.

Alex: Grundsätzlich weil WOW ein wirklich gutes Spiel ist und wie bei Frage 2 angesprochen, eine Plattform ist welche Anerkennung bietet und man virtuell soziale Kontakte pflegen kann (im weitesten Sinn sozial) - und für viele „Einzelgänger" (oder s.g. Keller-Kids) die Möglichkeit bietet mich mit anderen auszutauschen. Mich persönlich begeistert halt das ganze Umfassende; Story etc. (war auch WC2-3 Spieler vor WOW)

allvatar: Frage 5 - Wie vereinbarst Du zeitlich die virtuelle Welt mit Schule, Familie und Freunden?

Max: Je nach Situation in der Schule, dosiere ich wie viel Zeit ich am Tag spielen kann und wie viel Zeit ich brauche, um zu lernen. Freunde sieht man fast jeden Tag in der Schule und nach dem Unterricht hört man sich noch im Skype oder über andere Plattformen. Bei dem sozialen Teil ist es daher sehr ähnlich zu der virtuellen Welt. Je mehr Zeit für die Schule benötigt wird, desto weniger Zeit kann man mit Freunden, Familie oder in einer anderen Welt verbringen.

Tim: Da ich Student bin bleibt mir natürlich in Zeiten der Semesterferien relativ viel Freizeit, die ich in das Spiel investieren kann, ohne dabei meine Freunde/Familie oder die Arbeit am Studium zu vernachlässigen. Unter den Semestern bzw. zur Prüfungszeit wird meine Onlinezeit natürlich entsprechend weniger, da ich mein reales Leben niemals für ein Spiel zurückstellen würde. Ich sehe WoW bei mir als ein Hobby an, so wie jemand anderes gerne Schach spielt oder liest. Vielleicht ist es diese Einstellung, die es für mich unkompliziert macht jederzeit meine Onlinezeiten einschränken zu können und das wichtige im Leben nicht aus den Augen zu verlieren.

Nina: Arbeit geht vor, klar, von irgendwas will das Leben ja finanziert werden. Außerdem bin ich der Meinung, dass nichts einem so viel bringt, als wenn man seinen Beruf mag, sich reinhängt und dort seine Bestätigen im beruflichen Leben bekommt, dann ist man - finde ich - nicht so "gefährdet" sich die Bestätigung in der virtuellen Welt zu holen.

Da mein Lebenspartner auch ebenso sein Hobby in MMORPGs gefunden hat, können wir dieses gemeinschaftlich ausüben. Dies bedeutet aber nicht, dass wir jede freie Minute darin verbringen. Wir haben beide eine Zeitlang sehr exzessiv gespielt, was uns nicht gut getan hat. Somit haben wir feste Tage, an denen wir nicht spielen, um einfach ins Kino, zum Essen zu gehen oder mit Freunden etwas zu unternehmen.

Alex: Nun, ist ein wichtiger Punkt: Ich habe zwei Abende die Woche, die für WOW reserviert sind; und je nachdem „zock" ich auch in den frühen Morgenstunden bevor ich zur Arbeit gehe. Ansonsten wenn es die Situation zulässt auch mal mehr - aber mit zwei kleinen Terror-Kids (drei und fünf Jahre) ist eine Regelung diesbezüglich unerlässlich. Deswegen bekomme ich wohl auch so gut wie keine WOW-Koller und spiele immer noch sehr leidenschaftlich.

 

allvatar: Frage 6 - Hat es Deiner Meinung nach Dein Leben verändert? Wenn ja, inwiefern?

Max: Natürlich verändert ein Spiel wie WoW das eigene Leben, wenn man es wirklich intensiv spielt, geht eine Menge Zeit teilweise verloren, aber so lange man es dosieren kann, denke ich nicht, dass WoW der Lebenszerstörer ist, für den es alle halten.

Mein Leben hat es so verändert, dass ich Abends lieber mit Leuten, die ich kaum kenne raiden gehe, anstatt mich auf irgendeiner Party vollaufen zu lassen und am nächsten Morgen wahlweise auf einer Parkbank, der Ausnüchterungszelle oder meiner eigenen Kotze aufzuwachen und keine Ahnung zu haben, was letzte Nacht eigentlich passiert ist.

Tim: Natürlich hat es mein Leben verändert, so wie jede Sache die man neu anfängt in gewisser Weise die persönliche Entwicklung und das Umfeld beeinflussen. Das es sich in negativer Hinsicht verändert hätte könnte ich persönlich nicht bestätigen, neben meinem schon damals existierenden Freundeskreis habe ich beispielsweise viele neue Leute kennengelernt, mit denen man je nach räumlicher Distanz des Öfteren telefoniert, sich gegenseitig besucht oder ein bis mehrmals jährlich trifft auch ohne ständig den Bezug zum Spiel im Hintergrund zu haben.

Abschließend bleibt zu sagen dass es meiner Meinung nach ein Spiel ist, das einerseits natürlich Gefahren, andererseits aber auch Möglichkeiten bietet. Welches der beiden überwiegt muss jeder für sich selbst herausfinden und danach gerichtet sein Spielverhalten einordnen.

Nina: Es hat mir eine neue Welt eröffnet und mich auch gezwungen mich dem ganzen Computerkram zu stellen. Ich musste mich einfach damit beschäftigen, Lösungen finden und habe viel in dem Bereich gelernt und lerne immer wieder mehr dazu. Hätte ich nicht angefangen mit der Zockerei, würde ich jetzt wohl nur das können, was ich so für die Arbeit brauche.

Alles was der Mensch tut oder erlebt prägt ihn und wird somit Teil der Person und des Charakters. Somit... klar hat sich dieses Hobby in meinem Leben bemerkbar gemacht. Sei es im Positiven (Freundschaften, viele lustige und spannende Erlebnisse, usw.) als auch im Negativen (dem AION-Beta-Sommer hatte ich einige Kilos zu verdanken... und der Pizzaservice um die Ecke mir nen guten Umsatz :D).

Alex: Nein, mein Leben haben WOW oder Computerspiele im Allgemein nicht verändert - es ist eher ein Teil von mir - seit ich das erste mal Pac-Man gepielt habe, bin ich von Computerspielen fasziniert und das hat mich bis heute begleitet. Also, hat es mich in dem Sinne nicht verändert, sondern war eine konstante Begleiterscheinung in meinem bisherigen Dasein.

Ich hoffe Ihr hatte Spass an meiner Artikelstrecke zum Thema "Gamer sind Kellerkinder - Klischee oder Realtiät?" und ich wünsche Euch allen eine schöne Zeit im Computerspiel Eurer Wahl!

Artikel zum Thema "Gamer sind Kellerkinder - Klischee oder Realität?"


Dieser Artikel besteht aus mehreren Seiten


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