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Max: Ich denke der Begriff "Kellerkind" ist eine etwas übertriebe Reaktion der Gesellschaft darauf, dass sich die Freizeitgestaltung von Jugendlichen in letzter Zeit gewandelt hat. Viele verbringen ihre Zeit lieber damit auf ihrer Konsole bzw. mit ihrem Rechner, anstatt sich nach der Schule noch zum Fußball spielen zu treffen, so etwas wird lediglich dann noch getan, wenn man organisiert in einem Verein spielt.
Tim: Natürlich gibt es Fälle in denen sich Spieler dermaßen exzessiv in die Spielwelt vertiefen das soziale Kontakte und das eigene Leben vernachlässigt werden. Doch in unserer heutigen Konsumgesellschaft, in der jedes weltliche Gut im absoluten Überfluss vorhanden ist, ist es ein leichtes von so ziemlich jeder existenten Form von Beschäftigung oder Güterkonsum abhängig zu werden, sei es körperlich oder psychisch. Von daher ist eine potenzielle Suchtgefahr, wie in allen Bereichen des heutigen Lebens, ohnehin vorprogrammiert, jedoch halte ich diese für nicht größer als in anderen Beschäftigungsbereichen. Zudem muss, um eine solche Sucht in ausgeprägter Form entwickeln zu können, wie in den meisten Fällen von Suchtentwicklung, auch das Umfeld und die Psyche des Betroffenen richtig konstituiert sein. Ein psychisch gesunder, mitten im Leben stehender Mensch wird von einer solchen Suchtgefahr wenig bzw. kaum betroffen sein.
Nina: Es gibt bestimmt diese klischeebehafteten "Kellerkinder". Ein oder zweien bin ich auch schon in meinem ingame-Leben über den Weg gelaufen, jedoch sind diese nicht die Regel, sondern nur das Extrem, das sich zur Ausschlachtung in den Medium sehr gut eignet... Besonders von Leuten, die keine Ahnung haben wovon sie überhaupt sprechen und jeder kennt ja die schlecht recherchierten reißerischen Artikel in der Presse, wo wir schon fast alle als potentielle Amokläufer und sowieso Suchtgeschädigte hin gestellt werden.
Alex: Eine Frage, die keine kurze Antwort zulässt (meine Meinung) - versuche mich aber kurz zu halten: Viele (junge) Eltern sind/waren sich in den letzten 10 Jahren der Verantwortung Kinder zu haben wohl nicht wirklich bewusst oder waren schlicht noch nicht bereit dafür. Die Konsequenz daraus ist/war, dass viele Kids quasi "sich selbst" überlassen waren/sind (Stichwort „Schlüsselkinder") - Anerkennung für gute schulische Leistungen als Bsp. - kam/kommt selten von Seiten der Eltern; nähere Bindungen zum Charakter des Kindes blieben/bleiben oft auf der Strecke, was in Kombination mit den heutigen multimedialen Möglichkeiten dazu führt, dass sich Kids diese Anerkennungen/Zuneigungsmanko in anderen Bereichen holen - MMO's oder Computerspiele im Allgemeinen bieten dafür eine für Kids relativ einfach zu erreichende Plattform, dieses „seelische" Manko zu kompensieren. Meiner Meinung liegt das Problem der „Keller-Kids" im sozialen Umfeld und nicht bei Computerspielen.
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