Weiter geht es mit unserem Interview mit Jürgen Schattmann.
allvatar: Ebenfalls wird darüber diskutiert, ob man die Kontrollfunktion der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ausweiten soll, so dass Prüf- und Verbotsverfahren für bereits getestete und altersgekennzeichnete Titel möglich sein sollen. Halten Sie eine solche Nachprüfung für sinnvoll und notwendig? Welche (auch bundes-) rechtlichen Voraussetzungen gibt es für ein solches Verfahren bzw. sollten hierbei beachtet werden?
Jürgen Schattmann: Die Zusammenarbeit mit der BPjM funktioniert sehr gut. USK, die staatlichen Vertreter und die BPjM sind in einem regelmäßigen Austausch. Damit wird erreicht, dass die Indizierungskriterien der Bundesprüfstelle auch in den Entscheidungen bei der USK Anwendung finden. Erfüllt ein Spiel die Indizierungskriterien, wird es nicht gekennzeichnet. Erfüllt es die Kriterien nicht, wird geprüft, welches Alterskennzeichen vergeben werden kann. Besteht Unklarheit darüber, ob die Kriterien erfüllt sind, wird eine gutachterliche Stellungnahme der Bundesprüfstelle eingeholt. Das sieht das Jugendschutzgesetz so vor. Aus meiner Sicht funktioniert das Verfahren gut und ich sehe keinen Änderungsbedarf. Zudem würde ein solches Verfahren der doppelten Bewertung eine Reihe rechtlicher Probleme aufwerfen, deren Lösung alles andere als trivial wäre. Da bleibt man besser bei dem bewährten Verfahren.
allvatar: Der Begriff des "Suchtpotentials" wird immer mehr in das Zentrum der Diskussion um die Computerspiele (insbesondere die s.g. "Killerspiele") gerückt. So wird von vereinzelten Stimmen sogar gefordert, die USK sollte das Suchtpotential von Medien beurteilen und in das Prüfverfahren mit einfließen lassen. Wie ist die Position des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Untegration des Landes Nordrhein-Westfalen zu dieser Forderung? Wie und auf welche Kriterien hin könnte man noch nicht erschienene Spiele auf eine mögliche Suchtgefahr hin testen?
Jürgen Schattmann: In letzter Zeit haben sich die Hinweise darauf gehäuft, dass das exzessive Spielen von Computerspielen durchaus zu erheblichen Problemen bei Jugendlichen und Erwachsenen führen kann. Das gilt übrigens auch für andere Formen der Mediennutzung, wie z.B. chatten. Die Jugendministerien der Länder haben daher das Thema aufgegriffen. In Kürze wird es eine Expertenanhörung dazu geben. Danach muss abgeschätzt werden, ob hier von Sucht oder Abhängigkeit gesprochen werden kann. Sollte es als erwiesen gelten, dass einzelne Spiele oder Spielkonzepte eine Sucht auslösen, dann wäre darüber nachzudenken, mit welchen Kriterien oder Anhaltspunkten dies im Rahmen einer Prüfung vor Veröffentlichung eines Spiels abgeschätzt werden kann. Soweit ist die Diskussion jedoch noch nicht.
allvatar: Zum Ausklang unseres Interviews möchten wir Ihnen gerne noch eine persönliche Frage zum Thema Computerspiele stellen. allvatar.com ist ja eine Social MMO-Community, die auch sehr viele World of Warcraft-Spieler beheimatet. Haben Sie sich persönlich auch mal mit World of Warcraft beschäftigt bzw. selbst gespielt? Wenn ja, wie waren Ihre Erfahrungen und wie hat Ihnen WoW gefallen? Spielen sie selbst ab und an Computerspiele und welches ist Ihr Lieblingsspiel?
Jürgen Schattmann: Ich selbst habe WoW noch nicht gespielt, lediglich anderen dabei über die Schulter geschaut. Mir persönlich liegen Online-Rollenspiele nicht so sehr. Meine Kollegin und mein Kollege in Berlin sind da deutlich besser bewandert. Ab und an spiele ich auch selbst ein wenig, gern Autorennen, zuletzt Motor Storm. Spiele anderer Genre spiele ich oft nur an, um mir einen Überblick zu verschaffen.
Wir bedanken uns bei Ihnen recht herzlich für dieses Interview und wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft.
Calidanndir 16.06.2009 13:35 Uhr
liesst sich wie eine Pressemitteilung. nichts lesenswertes mit Inhalt und viel zu kurz. Aber danke trotzdem an allvatar.