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Overwatch

Vorschau und Eindrücke

Wird Overwatch die Shooter-Welt revolutionieren? Wir sagen euch mehr zu Blizzards FPS.

10.08.2009 10:52 Uhr | Aenima | 6796 Aufrufe 0 like 1 flame
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Interview mit Jürgen Schattmann zum Thema USK und Suchtgefahr durch MMOs


Aufgrund der nach dem Amoklauf in Winnenden erneut aufgeflammten Diskussion um den Jugendschutz in Deutschland, insbesondere zum Thema der USK und der Suchtgefährdung durch MMOs, haben wir ein Interview mit Jürgen Schattmann geführt.

Jürgen Schattmann ist seines Zeichens Referatsleiter des Referats Kinder- und Jugendschutz, Medienkompetenz in der Kinder- und Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit, für das Ministerium Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.



allvatar:
Herr Schattmann, zunächst möchte ich mich im Namen von allvatar und unserer Community herzlich für die Zustimmung zu diesem Interview bedanken.

Da wir dieses Interview im Rahmen der in den letzten Wochen aufgeflammten Debatte um die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) führen, würde ich Sie bitten kurz vorzustellen, welche Aufgaben das von Ihnen vertretene Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen in Bezug auf die USK ausführt. Aus welchen Vertretern/Personen setzt sich die USK zusammen und welche Abläufe finden statt, um das USK-Prüfsiegel/Altersfreigabe für einen Spieletitel zu ermitteln?

Jürgen Schattmann:
Die Altersfreigaben für Computerspiele werden von den Jugendministerien der Länder erteilt. Damit nicht jedes Ministerium einbezogen werden muss, wurde eines bestimmt, das Jugendministerium Nordrhein-Westfalen, diese Aufgabe federführend für alle Landesjugendministerien zu übernehmen. Die USK hat die Aufgabe, den Prüfprozess zu organisieren. Sie nimmt den Prüfantrag eines Herstellers entgegen, testet das Spiel zunächst und organisiert die Prüfsitzung. Das umfasst unter anderem, vier Gutachter für die Prüfung zu gewinnen. Der fünfte in der Runde ist ein Mitarbeiter des Ministeriums. Wir haben zwei sogenannte Ständige Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden, die in Berlin bei der USK sitzen und den Vorsitz in den Prüfgremien innehaben. In der eigentlichen Prüfsitzung wird das Spiel mit allen relevanten Aspekten von demjenigen, der das Spiel vorher getestet und komplett durchgespielt hat, den Gutachtern vorgestellt. Die Gutachter machen sich ein umfassendes Bild vom Spiel, spielen es phasenweise selbst und diskutieren schließlich darüber, welches Alterskennzeichen sie empfehlen. Am Ende wird mehrheitlich abgestimmt. Der Vertreter des Staates kann dann dem Votum folgen und das Spiel entsprechend freigeben oder ein Veto einlegen. Im Falle eines Vetos wird das Spiel in einem identischen Verfahren einem Berufungsgremium vorgelegt. Folgt der Ständige Vertreter dem Votum, wird das empfohlene Kennzeichen durch das Land Nordrhein-Westfalen stellvertretend für alle Bundesländer vergeben.

allvatar:
Wie effektiv ist der Jugendschutz in Deutschland im Bereich der Computerspiele Ihrer Meinung nach, wenn es um die Vergabe von Altersfreigaben durch die USK geht? Gibt es hier erkennbare Defizite?

Jürgen Schattmann:
Ich glaube, dass die Alterskennzeichnung gut funktioniert. Wir haben das Verfahren bereits untersuchen lassen und die Ergebnisse waren positiv. D. h., die erteilten Altersfreigaben sind schlüssig und stimmig. Defizite gibt es bei der Umsetzung. Aus Studien ist bekannt, dass zu viele Kinder und Jugendliche Spiele spielen, die für ihr Alter nicht freigegeben sind. Beim Verkauf der Spiele muss mehr auf die Einhaltung der Freigaben geachtet werden. Auch zuhause sollten die Eltern nur solche Spiele erlauben, die dem Alter des Kindes angemessen sind, also für die Altersstufe freigegeben wurden.

allvatar:
In der Öffentlichkeit ist nach Pressemeldungen aus Politikerkreisen der Eindruck entstanden, die USK wäre ineffektiv und wäre bestimmt durch die Medienwirtschaft.
Wie beurteilt das für die Vergabe der USK-Altersfreigabe federführende Ministerium diese Aussage?
Halten Sie eine Manipulation des Prüfverfahrens durch die Wirtschaft für gegeben oder wahrscheinlich?

Jürgen Schattmann:
Es ist sicher nicht meine Sache, Pressemeldungen zu kommentieren. Ich kann nur soviel sagen: Die Kolleginnen und Kollegen der USK und der Länder arbeiten sehr effektiv und effizient. In kürzester Zeit werden die Spiele gründlich gesichtet und durch die Prüfgremien bewertet. Die Unabhängigkeit des Zustandekommens der Entscheidungen ist festgelegt. Eine Einflussnahme oder gar Manipulation durch Unternehmen oder Verbände kann ich ausschließen.


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Gast: 01.01.1970 01:00 Uhr

 
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