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10.08.2009 10:51 Uhr | Feyrun | 2219 Aufrufe 0 like 0 flame
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It´s a Gamers Life - Lebenshilfe




Georg (32), war einer der Gründungsmitglieder der Gilde gewesen und Andrea, Martin und er hatten sich bereits schnell angefreundet. Bereits zwei Monate nach dem ersten Kennenlernen stand Georgs erster Besuch in Bremen an. Wie wichtig Georg noch in seinem Leben sein würde, konnte Martin zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen.

Martins heile Welt sollte im Oktober 2007 einen herben Rückschlag erleben.
Andrea war in ihrem Auto auf dem Rückweg von Berlin, wo sie den 70.Geburtstag ihres Vaters mit ihrer Familie gefeiert hatte. Martin war mit einer Grippe zuhause geblieben, hatte jedoch Andrea gedrängt, an der Feier teil zu nehmen.
Am frühen Nachmittag rief Andrea zuhause an, um Bescheid zu sagen, dass sie nun von Berlin in Richtung Heimat aufbrechen würde. Dies sollte das letzte Mal sein, dass Martin mit seiner Ehefrau sprach.

Seelsorger - Sie helfen in der größten Not

Arrow  Seelsorger - Sie helfen in der größten Not

"Es war bereits nach 20 Uhr, als ich das erste Mal versuchte, Andrea auf dem Handy zu erreichen. Durch meine Grippe schlief ich viel und hatte gar nicht mitbekommen, wie spät es bereits war. Ich bekam keine Verbindung; entweder schien das Handy aus zu sein oder Andrea war in einem Funkloch. Jedenfalls ging mir das durch den Kopf. Ich hab es danach ständig versucht, sie aber nicht mehr erreicht."

Gegen 23 Uhr klingelte dann das Telefon und Martin erhielt schreckliche Nachrichten:
Ein Lastwagen war auf der A7 außer Kontrolle geraten bei dem Versuch, einen Unfall mit einem anderen Wagen zu verhindern, und hatte dabei Andreas Wagen erfasst. Trotz angestrengter Versuche der Rettungskräfte, konnten sie Andreas Leben nicht mehr retten.

"Mein erster Gedanke war, dass das nur ein Albtraum sein kann. Mein Kopf konnte es einfach nicht fassen. Ich glaube, ich habe sogar gefragt, ob das ein schlechter Scherz sein soll. Als es dann noch während des Telefongespräch an der Tür klingelte und uniformierte Polizisten vor meiner Tür standen, mußte es wohl wahr sein. Aber es hat Stunden gedauert, bis ich es wirklich verstanden habe."
Noch während die Polizisten zusammen mit einem Seelsorger bei Martin sind, muss dieser den Eltern Andreas die entsetzliche Nachricht telefonisch mitteilen.

Am Ende des Weges

Arrow  Am Ende des Weges

"Die Tage danach waren furchtbar und ich war in einer Art Trance. Ich steckte emotional irgendwo zwischen Unglauben, Wut und Trauer fest und das änderte sich auch erst, nachdem wir Andrea
beigesetzt haben." berichtet Martin und schaut auf das Foto vor ihm.

Bei der Beerdigung war auch Georg gewesen, der bereits am Tag nach dem Unfall von dem Unglück erfahren hatte. Georg erinnert sich: "Was soll man einem Freund in einer solchen Situation sagen? Alle Worte scheinen auf einmal leer oder falsch zu klingen. Für mich war es selbstverständlich, zur Beerdigung zu kommen; auch wenn ich wusste, dass ich wahrscheinlich Martin gar nicht helfen kann."

Nach der Beisetzung fiel Martin in ein emotional tiefes Loch. Anfangs kamen noch Kommilitonen bei ihm vorbei und versuchten ihn zu trösten und ihm Mut zu spenden.
"Alle sagten das gleiche und keiner sagte eigentlich irgendwas. Alle boten Hilfe an oder sagten, sie wären da, wenn ich sie brauchen würde, aber wie sollte man mir schon helfen? Konnten sie mir Andrea zurück geben? Zum Schluß ging ich dann schon nichtmehr ans Telefon, wenn jemand anrief, weil ich einfach nicht mehr mit Leuten reden wollte. Ich wollte einfach allein sein mit den Erinnerungen an Andrea und mit meiner Trauer.

Martin ging nicht mehr zur Universität, öffnete keine Post mehr und verbachte mehr Zeit in der virtuellen als in der realen Welt. "Irgendwie war es einfacher, in einer anderen Welt zu sein. Im Spiel war es für mich einfacher mit Leuten zu reden und den Fakt zu vergessen, dass Andrea nicht mehr da war. Erst Nachts, wenn ich dann endlich im Bett lag, kam die Realität zurück - da war niemand mehr auf der anderen Seite meines Bettes."


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