07.02.2012 11:11 Uhr | aenima | 1204 Aufrufe
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Das von den USA initiierte ACTA-Handelsabkommen, das vordergründig zum Ziel hat den Handel mit gefälschten Produkten zu bekämpfen, aber tatsächlich einseitig die Rechte der Verwertungsindustrie (Verlage, Musiklabel, Filmstudios...) stärkt, ist vielen von uns ein Dorn im Auge, ebenso will die Piratenpartei gegen das weltweite Abkommen vorgehen, das noch von den verschiedenen Staaten ratifiziert werden muss.
So ruft die Piratenpartei am kommenden Samstag, den 11.02, zu bundesweiten Protesten gegen das ACTA-Handelsabkommen in 50 deutschen Städten auf.
Piratenpartei Chef Sebastian Nerz
Das Abkommen hält an Vorstellungen eines nicht mehr zeitgemäßen Urheberrechts fest und versucht einseitig, die Interessen der Verwertungsindustrie mit allen Mitteln gegen Privatpersonen durchzusetzen, statt an einvernehmlichen Lösungen und Geschäftsmodellen zu arbeiten. Weder die Urheber selbst noch die Konsumenten wurden überhaupt als Verhandlungspartner einbezogen.
Die Proteste unterstützen übrigens auch verschiedene Landesverbände der JuSos, Anonymous, die Junge Union, Bündnis90/Die Grünen und der AK Zensur.
Kritiker von ACTA befürchten dass eine Providerkriminalisierung, Netzsperren und andere Eingriffe ins Grundgesetz möglich wären, weiterhin wäre der zu gründende ACTA-Ausschuss kaum zu kontrollieren.
Hier die Liste der deutschen Städte, in denen Ihr am kommenden Samstag an den Demos teilnehmen könnt:
Aachen, Annaberg-Buchholz, Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bonn, Bremen, Chemnitz, Crailsheim, Düsseldorf, Dortmund, Dresden, Erfurt, Frankfurt am Main, Frankfurt/Oder, Freiburg, Gera, Göttingen, Heidenheim an der Brenz, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Ingolstadt, Jena, Kassel, Kiel, Köln, Leipzig, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Mettmann, Minden, München, Münster, Neuss, Nordenham, Northeim, Nürnberg, Osnabrück, Oldenburg, Potsdam, Ravensburg, Regensburg, Rostock, Saarbrücken, Schwerin, Stade, Stuttgart, Trier, Ulm, Weinheim und Würzburg.
Mehr Infos gibt es auch auf der Piratenpartei-Homepage.
Quelle:
golem
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ACTA stärkt, zumindest in Deutschland, keine Rechte von irgendjemanden. Alles was in ACTA drin steht, erfüllt deutsches Recht schon seit Jahren.
Es ist erschreckend wie uninformiert sich hier die Parteien zeigen. Vor allem ist es natürlich absurd, dass ACTA auch nur irgend einen Bürger Rechte verleihen oder aufbürgen kann... Das ganze Zeug ist nur für Mitgliedsstaaten bindend, also für die einzelnen Regierungen. Da Deutschland die Vorgaben in ACTA aber schon alle erfüllt, wird sich für einen deutschen Bürger gar nichts ändern.
Auch ist das ein Mythos, dass es "Privatkopien" in Deutschland über Filesharing geben würde. Privatkopien beschränken sich auf private Kopien im engen Kreis, zum Beispiel zwischen Freunden oder Verwandten. Dies greift auch ACTA nicht an.
Der ganze ACTA Protest ist ne Mischung aus Lügen und Desinformation... Und dabei wird dann verkannt, dass ACTA ganz andere Probleme verursacht. Denn ein ernsthafter Dialog über die "Richtung" die ACTA vorgibt kann es gar nicht mehr geben dank dieser überzogenen Proteste mit falschen Schwerpunkten.